Grundlagen

Neunzig Prozent von dir bleiben verborgen

Jeder Mensch trägt einen blinden Fleck in sich, einen Teil seiner Persönlichkeit, den er selbst nicht klar erkennt. Er prägt Entscheidungen, Beziehungen und das tägliche Verhalten, ohne dass es uns bewusst ist.

10 % BEWUSST 90 % UNBEWUSST

In der Psychologie beschreibt das Eisbergmodell dieses Phänomen. Nur etwa zehn Prozent unserer Persönlichkeit sind uns bewusst zugänglich. Die übrigen neunzig Prozent liegen im Unbewussten verborgen. Der blinde Fleck ist nichts anderes als diese verborgene Seite, die wir an uns selbst kaum greifen können.

Wir sehen uns nicht so, wie wir wirklich sind, sondern so, wie wir glauben, sein zu müssen.

Warum wir einen blinden Fleck haben

Unsere psychologischen Abwehrmechanismen halten ein stabiles Selbstbild aufrecht. Sie blenden aus, was nicht ins gewünschte Bild passt, etwa Schwächen, Ängste oder alte Prägungen. Genau dort entsteht der blinde Fleck.

Das führt dazu, dass wir uns selbst trotz aller Reflexion häufig falsch einschätzen. Auf unserem Persönlichkeitsspektrum liegen viele Anteile, an die wir aus eigener Kraft nur schwer herankommen. Die entscheidende Frage lautet also: Wie macht man das Verborgene sichtbar?

Wie das Enneagramm den blinden Fleck sichtbar macht

Das Enneagramm ist ein bewährtes Persönlichkeitsmodell, das genau darauf abzielt, den blinden Fleck sichtbar zu machen. Lange war es vor allem in spirituellen Kreisen verbreitet. Erst in den letzten Jahrzehnten hat es sich auch in der Psychologie etabliert.

Heute arbeiten international Therapeuten, Psychologen und zunehmend auch Führungskräfte mit dem Modell. Es beschreibt neun grundlegende Persönlichkeitstypen, die sich in ihrer inneren Motivation und in ihrem Verhalten unter Stress, in Entspannung und in Krisen unterscheiden.

Das Schaubild

Die neun Typen im Kreis

Im Schaubild siehst du die neun Typen in einem Kreis angeordnet. Die Verbindungslinien zeigen die Beziehungen und Spannungen zwischen den einzelnen Persönlichkeitsprinzipien. Diese Dynamik macht das Modell so besonders, denn es betrachtet den Menschen nicht starr, sondern als wandelbares Wesen mit wiederkehrenden Mustern.

Das Enneagramm schaut dabei nicht auf das oberflächliche Verhalten, sondern auf die unbewussten inneren Antreiber, die unser Denken, Fühlen und Handeln formen. So wird aus einem eindimensionalen Bild ein ganzes Spektrum, auf dem sich ein Mensch in verschiedene Richtungen entwickeln kann.

In der Typen-Übersicht findest du zu jedem der neun Grundtypen und seinen drei Subtypen eine prägnante Beschreibung. Klicke im Schaubild einfach auf einen Typ, um direkt zu seiner Beschreibung zu gelangen.

Triaden

Bauch, Herz und Kopf

Typ 8 · 9 · 1

Bauchmensch

Hier geht es um Schutz und Kontrolle. Diese Typen handeln aus dem Instinkt heraus und ringen mit dem Thema Grenzen und Einfluss.

Typ 2 · 3 · 4

Herzmensch

Hier dreht sich alles um Wert und Bedeutung. Diese Typen richten sich auf Beziehung und Wirkung aus, um gesehen zu werden.

Typ 5 · 6 · 7

Kopfmensch

Hier stehen Sicherheit und Orientierung im Mittelpunkt. Diese Typen denken und analysieren, um Unsicherheit zu verringern.

Was das in der Praxis bedeutet

Den eigenen blinden Fleck zu kennen ist der erste Schritt. Der zweite ist, den blinden Fleck anderer zu erkennen. Wer versteht, was einen Menschen unbewusst antreibt, begegnet ihm anders: im Gespräch, in der Führung, in der Verhandlung.

Genau hier setzt das Profiling von David Laurin Rathmer an. Aus dem Modell wird eine Methode, mit der sich ein Mensch in Sekunden einschätzen lässt, ohne Test und ohne Fragebogen. Wie das funktioniert, zeigt die Geschichte hinter dem Profiler.

Dein nächster Schritt

Lerne, den blinden Fleck zu lesen

Was hier in der Theorie beginnt, wird in der Ausbildung zur Methode: Menschen in Sekunden einschätzen, statt sich auf den ersten Eindruck zu verlassen. Im kostenlosen Erstgespräch finden wir heraus, ob das zu dir passt.

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